ZWAR-Netzwerk in Moringen ist echte Erfolgsgeschichte
2019 wurde das ZWAR-Netzwerk im niedersächsischen Moringen gegründet. Mehr als 220 Menschen treffen sich dort in 21 Gruppen. „Die Idee trägt“, freut sich Initiator Klaus Henne.
Vom ZWAR-Konzept erfuhr der 67-Jährige zufällig in der NDR-Mittagssendung, die die ZWAR-Gruppe in Isenbüttel porträtierte. „Die Idee hat mich sofort fasziniert und ich konnte mir ein ZWAR-Netzwerk gut bei uns vorstellen“, erinnert sich Klaus Henne und erklärt: „Es war genau das, was mir im Ort fehlte. Ich spiele gerne Doppelkopf, habe auch eine Doppelkopf-Runde. Aber es musste doch noch mehr Leute geben, die das gern machen. Außerdem haben wir ein Wohnmobil und ich dachte mir: ‚Es wäre doch toll, wenn wir uns über unsere Erfahrungen mit anderen Wohnmobilisten austauschen könnten.“‘
Seine Heimatgemeinde – die evangelisch-lutherische Trinitatis-Kirchengemeinde Leine Weper – trug die Idee des Kirchenvorstandsmitglieds mit, und auch die Bürgermeisterin unterstützte ihn. Klaus Henne stellte einen Antrag auf Zuschüsse durch das Förderprogramm „Leader“ und war erfolgreich. Im Herbst 2019 konnte er – professionell begleitet durch Ute Schünemann-Flake vom ZWAR e. V. – zur Gründungsveranstaltung einladen.
Kochen nach Rezepten von 1924
Viele Vereine im Ort waren zunächst skeptisch. „Manche hatten Angst, dass ihnen die Mitglieder weglaufen. Aber das ist nicht passiert. Denn: Wenn jemand eine Walking-Gruppe gründen wollte, haben wir das natürlich nicht gemacht, sondern an den Verein verwiesen, der bereits eine hatte“, nennt er einen Grund, warum Vereine und ZWAR-Netzwerk keine Konkurrenten sind.
Mittlerweile hat das ZWAR-Netzwerk 21 Gruppen, und immer wieder kommen neue hinzu. Ganz aktuell: die Kochgruppe. „Wir kochen aus einem alten Buch mit Rezepten von 1924, das ein ZWARler in einem Bücherschrank gefunden hat. Dieses Mal gab es geschmorte Steckrüben, Kartoffelklöße und einen Rote-Bete-Salat“, berichtet Klaus Henne.
Gassi-Gruppe und Griechischer Volkstanz
Über die örtliche Zeitung erfahren die Moringer, die nicht zum Basisgruppentreffen kommen können oder wollen, von den neuen Gruppen. So fanden sich auch – mitten in der Corona-Zeit – Hundebesitzer zusammen, die nicht alleine Gassi gehen wollten. Und die Fahrradfahrer, die gemeinsam große Distanzen zurücklegen. Es gibt Spielegruppen, Mobilisten, Leseratten, Fotografen und auch griechischen Volkstanz. „Den bietet die Besitzerin des griechischen Lokals bei uns im Ort an.“
Menschen zwischen 50 und 90 Jahren kommen zu den Gruppentreffen. Manche sind von Beginn an dabei, manche stoßen neu dazu, zum Beispiel, wenn der Partner stirbt. „Sie wissen, dass es uns gibt. Denn jeden Tag steht etwas in Terminseiten in der Zeitung und wenn es dann passt, kommen sie vorbei. Wir sind im Ort präsent – und das freut mich.“

