Kurs im Alten Amtshaus lockert die Gelenke und tut einfach gut
Wenn die beiden Ringfinger miteinander Fahrrad fahren sollen, ist das gar nicht so leicht. Sie sollen sich schnell umeinander drehen, während die Fingerspitzen der anderen acht Finger weiterhin zusammenbleiben. Wie beim richtigen Radeln hilft hier nur eins: immer weiter üben. Das tun die Teilnehmerinnen beim Handmobilisationskurs von Fine Anders im Alten Amtshaus in Marten – und haben so schon manche Operation verhindert.
„Ich habe versucht, etwas aufzudrehen, das einfach nicht aufging. Dabei sind mir alle Sehnen der einen Hand rausgesprungen. Beim Arzt bekam ich direkt einen Termin für eine Operation am nächsten Tag“, berichtet Teilnehmerin Gisela. Über Nacht überlegte sie es sich anders. „Das muss doch auch so gehen.“ Kurz darauf startete ihr erster Kurs bei Fine Anders. „Es ist alles wieder weg. Meine Sehnen sind genau dort, wo sie hingehören.“ Auch Sitznachbarin Ursula sollte an ihrem Schnappfinger operiert werden. „Ich habe das mit den Übungen von Fine wegbekommen.“
„Es tut einfach gut“
Nicht jede Teilnehmerin des Kurses kommt aufgrund von Einschränkungen, Rheuma oder Arthrose. „Mir tut es einfach gut. Die Hände sind so wichtig, aber man nimmt sie oft gar nicht wahr“, sagt Gudrun. „Sie sind unser tägliches Werkzeug, aber wir nutzen sie, ohne dass uns das bewusst ist. Wir haben einen wunderbaren Körper und sollten uns fragen: Was können wir ihm Gutes tun?“, ergänzt Fine Anders.
Die Ergotherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie gibt seit rund fünf Jahren Kurse im Alten Amtshaus – von Fußgymnastik über Qigong im Sitzen und einen Singkreis bis hin zur Handmobilisation. Manchmal stehen zwar einzelne Körperteile im Mittelpunkt, doch der Ansatz ist immer ganzheitlich. „Ich möchte Körper, Geist und Seele in Einklang bringen.“
Übungen für zu Hause
Deshalb beginnt die Handmobilisation zunächst mit Musik und einer tiefen Atmung, durch die die Teilnehmerinnen im Raum ankommen und zur Ruhe kommen sollen. Zum Aufwärmen wird geklatscht, anschließend werden die Hände wie beim Händewaschen gerieben. „Ganz gründlich, auch zwischen den Fingern“, sagt Fine Anders lachend. Danach wird Fahrrad gefahren: Die Daumen umkreisen sich gegenseitig und die Fingerspitzen der anderen Finger bleiben zusammen. Anschließend geht es im Tandem weiter, sodass beispielsweise die Ring- und Mittelfinger beider Hände sich gleichzeitig gegenseitig umkreisen.
„Das ist ja ein Ding der Unmöglichkeit“, sagt Gisela lachend, weiß aber schon jetzt, dass sie später wieder ihren Mann mit der Übung „quälen“ wird. „Er hat Rheuma, und ich zeige ihm zu Hause diese Übungen. Danach geht es ihm auch besser.“
Flummis und Gummibänder
Mit Flummis werden die Reflexzonen an den Händen bearbeitet, Gummibänder mit jedem Finger vom Daumen einzeln abgestreift und wieder zurücktransportiert, und zwei Kugeln werden in der Hand bewegt, ohne dass sie sich gegenseitig berühren. Kräftigungs- und Dehnübungen ergänzen die kurzweilige Kursstunde. Mit einfachen Hilfsmitteln werden die Hände so zunehmend lockerer.
„Morgen früh sind meine Hände nicht mehr krumm“, weiß Gisela aus Erfahrung. Wenn sie die Übungen zu Hause regelmäßig fortführt, bleibt das auch so. „Aber oft kommt dann der Alltag dazwischen. Da ist es immer gut, wenn ich wieder zur Auffrischung in den Kurs gehe“, sagt die 73-Jährige. Ihr Glück: Auch im zweiten Halbjahr bietet Fine Anders wieder einen Kurs zur Handmobilisation im Alten Amtshaus an. Wer noch mitmachen möchte: Es sind noch Plätze frei.
Die Handmobilisation ist ein Kursangebot des Rudi-Eilhoff-Bildungswerks, das vom ZWAR e.V. getragen wird. Der nächste Kurs im Alten Amtshaus, Steinhammerstraße 3, wird donnerstags vom 15.10. bis 12.11., 11-12.30 Uhr, angeboten. Anmeldungen nimmt Fine Anders unter Tel. (0231) 47667808 und per E-Mail an
info@fine-anders.de entgegen. Das gesamte Programm gibt es hier
