Multiplikatoren unterstützen neue Netzwerkgründung in Bonn-Holzlar

Gute Stimmung im Holzlarer Hof

4.000 Frauen und Männer zwischen 60 und 70 Jahren erhalten in diesen Tagen eine Einladung zur Gründungsveranstaltung in Bonn-Holzlar/Pützchen/Holtorf. Damit das neue ZWAR-Netzwerk mit viel Rückenwind an den Start gehen kann, wurden jetzt Vertreter der hiesigen Vereine und Organisationen ins Boot geholt. Bei einem Multiplikatorentreffen erfuhren sie mehr über das ZWAR-Konzept und den Weg hin zu einem selbstorganisierten Netzwerk.

Richard Landsberg, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Bonn-Holzlar, hatte die Idee, ein ZWAR-Netzwerk im Ortsteil seiner Kirchengemeinde zu gründen – es wird das vierte in Bonn sein. „Ich habe das Gefühl, dass das ZWAR-Modell den Menschen viel Freiheit gibt, etwas selbst zu organisieren und umzusetzen, abseits von Organisationen und Kirche. Es bindet hoffentlich Menschen ein, die sich vorher nicht angesprochen gefühlt haben und die Gemeinschaft brauchen, um aktiv zu werden.“ Angst, dass er sich durch das neue Netzwerk selbst Konkurrenz macht und Ehrenamtliche verliert, hat er nicht. „Wir haben bei uns im Gemeindezentrum die offene Jugendarbeit. Sie ist städtisch, findet aber in unserem Gebäude statt, und die Jugendlichen fühlen sich dadurch mit uns verbunden. Ich hoffe, dass durch ZWAR bei den Älteren das Gleiche passiert.“

Weniger Einsamkeit durch Vernetzung

Hartwig Hagena, Presbyter in der Holzlarer Gemeinde und ehrenamtlicher Begleiter des neuen Netzwerkes, ergänzt: „Wir haben nicht nur den Auftrag, dass wir für unsere eigene Gemeinde etwas tun, sondern auch dafür, dass es den Menschen um uns herum besser geht, zum Beispiel indem Einsamkeit durch Vernetzung weniger wird.“

Dass ein ZWAR-Netzwerk eine gute Ergänzung zu den bereits vorhandenen Vereinen und Organisationen in ihrem Stadtteil ist, dieser Ansicht waren auch die Multiplikatoren, die der Einladung in den Holzlarer Hof gefolgt waren. Gegenwind oder gar Angst vor Konkurrenz gab es nicht. „Ich finde die Aussicht auf so ein Netzwerk ganz prima“, „Das ist genau das Richtige für rüstige Früh- und Spätrentner“, „Diese Idee ist sehr sinnvoll“ – so lautete das Feedback einiger Multiplikatoren. Außerdem hieß es: „Für mich ist Nachbarschaft sehr wichtig. Wir haben doch alle Angst vor Einsamkeit, vor der Zeit, wenn mal kein Ansprechpartner mehr da ist. Vielleicht ist das ZWAR-Netzwerk eine Lösung.“

Erfahrene ZWARlerinnen unterstützen

Wie das ganz praktisch aussieht, beschrieben Ute Schünemann-Flake vom Trägerverein ZWAR e. V. aus Dortmund sowie Beate Philipps und Doris Schwarzner, die seit der Gründung 2022 im ZWAR-Netzwerk St. Augustin Hangelar/Ort dabei sind. „Wir sind sehr überzeugte ZWARlerinnen“, stellten sie sich fröhlich vor und boten gleich an, das neue Netzwerk mit Rat und Tat zu unterstützen.

„Wie kommen die Ideen zustande und wie erfährt man davon – per E-Mail oder WhatsApp?“, lautete die Frage einer Multiplikatorin. „Wir haben einen Mailverteiler“, antwortete Doris Schwarzner. „Aber wirklich wichtig ist das Basisgruppentreffen alle zwei Wochen, bei dem alle Ideen besprochen werden und jeder informiert wird.“

Neue Leute, neue Interessen

Die beiden Frauen berichteten von den zahlreichen Aktivitäten, die durch die etwa 150 ZWARlerinnen und ZWARler in ihrem Stadtteil umgesetzt werden. Doris Schwarzner ist zum Beispiel bei einer Band dabei, die durch ZWARler entstanden ist. „Man lernt ganz viele neue Leute kennen, in einer Phase, in der man denkt, dass man keine neuen Leute mehr kennenlernt. Viele sind ganz offen, und man lernt viel voneinander.“ Beate Philipps ergänzt: „Es ist eine Erweiterung des Freundeskreises. Es finden Leute zusammen, die ihren Interessen folgen, und es kommen immer mehr dazu. Wenn man jetzt durch den Ort geht, braucht man mehr Zeit, weil man so viele kennt.“

Die Informations- und Netzwerkgründungsveranstaltung ist am 5. März von 19 bis 21 Uhr in der Evangelischen Kirchengemeinde Bonn-Holzlar, Dahlienweg 4. Auch Menschen unter 60 Jahren und über 70 Jahren sind herzlich willkommen, auch wenn sie keine postalische Einladung erhalten.