Netzwerk zeigt, wie vielfältig gemeinsames Älterwerden sein kann
Langeweile und Einsamkeit? Schon beim Überfliegen der Angebote des ZWAR-Netzwerks Mettmann wird klar: Die Seniorinnen und Senioren in der knapp 40.000 Einwohner zählenden Stadt brauchen beides nicht zu fürchten. Auch zehn Jahre nach der Gründung gibt es an vielen Tagen in der Woche schöne Aktionen, bei denen die ZWARlerinnen und ZWARler gemeinsam Freude haben und einander begegnen.
Aktuell gibt es 13 Themengruppen. Sie reichen von Boule, Nordic Walking, Radfahren und Wandern über Doppelkopf, Skat und Gesellschaftsspiele bis hin zu Ausstellungs- und Theaterbesuchen. Es gibt eine Garten- und eine Kochgruppe, eine Frühstücksgruppe, einen Klön-Treff und vieles mehr.
Neue geistige Herausforderungen gesucht
Gerd Piepenbreier haben es besonders die kulturellen Angebote angetan. Der 71-Jährige ist in der Literaturgruppe aktiv. „Ich suche neue geistige Herausforderungen und beschäftige mich deswegen sehr gern intensiv mit klassischer Literatur und spreche mit anderen darüber. Außerdem besuche ich gemeinsam mit den anderen ZWARlern gern Konzerte und Ausstellungen.“
Beim Eintritt in den Ruhestand war ihm bewusst, dass er sein Leben neu füllen musste. „Es war mir klar, dass ich Schritt für Schritt einen gewissen Anteil meiner Kontakte verliere. Also wollte ich neue Kontakte knüpfen und Menschen kennenlernen.“
Seine Frau war vor zehn Jahren bei der Gründung des Netzwerks in Mettmann dabei und begeisterte ihn für die ZWAR-Idee: gemeinsam aktiv älter zu werden und auch im Alter füreinander da zu sein.
ZWAR-Konzept als Modell für die Zukunft
2024 waren laut einer Studie der Landesdatenbank NRW in Mettmann 31,2 Prozent der Menschen 60 Jahre alt und älter. ZWAR wird hier als Modell für die Zukunft begriffen. So steht es in der Chronik, die das ZWAR-Netzwerk zu seinem zehnjährigen Bestehen verfasst hat. „Auch wenn ZWAR für jeden Interessierten seine ganz eigene, freiwillige Angelegenheit ist, bietet es nicht nur den Einzelnen Spaß und Kontakte, sondern hilft auch, den wachsenden gesellschaftlichen Altersproblemen entgegenzuwirken.“ Stichwort: Einsamkeit.
Noch heute sind die Basistreffen regelmäßig mit 20 bis 25 Teilnehmenden gut besucht. „Es stoßen immer noch neue Leute hinzu“, freut sich Gerd Piepenbreier. „Nach Corona hatten wir Sorge, dass das Netzwerk nicht mehr funktioniert, aber wir haben nicht aufgegeben.“
Etwa 60 Menschen sind über die Themengruppen verteilt aktiv; die drei saisonalen Feste sind sehr beliebt und gut frequentiert. Am 9. September feiert das Netzwerk sein zehnjähriges Bestehen mit geladenen Gästen. Die ZWARlerinnen und ZWARler blicken dankbar auf zehn schöne gemeinsame Jahre zurück und freuen sich auch in Zukunft auf viele weitere Aktivitäten.
