Beim GKV-Schnupperkurs erfahren Grevener Senioren die wohltuende Wirkung
Eine goldene Kugel auf dem Kopf stehen die Senioren da, balancieren sie. Dann führen sie die Hände nach oben und drücken das Licht sanft in ihren Körper, alles wird hell, leicht. „Sorgen, Trübungen schiebt ihr weiter durch den Körper, bis sie durch die Pforte eurer Fußsohlen entweichen“, erklärt Kursleiterin Elisabeth Menge die „Lichtdusche“. Die Senioren atmen aus und lächeln. Kaum jemand beim Schnupperkurs im Grevener Sportzentrum hat Erfahrung mit Qigong – aber viele merken schon nach wenigen Kurseinheiten: Die Übungen tun gut – und zwar Körper, Geist und Seele.
„Man fühlt sich richtig schön entspannt danach. Ganz leicht und locker sind die Muskeln und der Kopf“, sagt Marie-Theres, die den Kurs, der im Rahmen des GKV-Projektes „Gesund in selbstorganisierten Nachbarschaftsnetzwerken“ für die Grevener kostenlos ist, sichtlich genießt.
Kursleiterin Elisabeth Menge vom SV Greven 2021 freut es, ist sie doch seit vielen Jahren von der wohltuenden Kraft des Qigong überzeugt. „Ich hatte vor einiger Zeit einen Schlaganfall und habe danach ‚Stille Qigong‘ gemacht, das viel mit der Atem- und Gedankenführung zu tun hat. Die Ärzte und Physiotherapeuten waren alle beeindruckt, wie schnell ich mich wieder bewegen konnte.“ Für Anfänger sei dies nicht eher nicht geeignet, weil man viel theoretisches Wissen haben müsse.
Störungen und Verspannungen selbst beheben
Aber auch die Seniorinnen und Senioren, die Qigong erst jetzt kennenlernen, könnten schnell davon profitieren, weiß die erfahrene Kursleiterin. „Mit den Übungen kann man Störungen und Verspannungen selbst beheben.“ Organe wie die Niere und Blase würden gestärkt und auch der untere Rücken. „Das ist im Alter ja auch sehr wichtig.“
Ruhig und anschaulich erklärt Elisabeth Menge die einzelnen Übungen, die fließend ineinander übergehen. „Stellt euch vor, auf euren Händen steht eure zweite Tasse Kaffee am Morgen und ihr balanciert sie“, sagt sie und führt die Hände um ihren Körper. „Meine ist schon runtergefallen“, sagt ein Teilnehmer lachend. „Und kalt ist der Kaffee auch“, ergänzt ein anderer.
Qigong-Übungen sind weich und fließend
Die sprachlichen Bilder helfen, die Übungen schneller zu verstehen. Mal berührt die Libelle das Wasser, mal schlägt der Drache mit dem Schwanz oder eine goldene Kugel gibt vom Kopf aus Licht und Energie in den Körper. „Ihr steht im Meer und das Wasser steigt, dabei gehen eure Hände nach oben bis zur Schulter“, sagt Elisabeth Menge. „Aber nicht höher, es ist ja Salzwasser. Es kommt nicht bis zu eurem Mund, dann schluckt ihr es ja“, sagt sie lächelnd und verbessert sanft und freundlich, wenn die Arme doch einmal zu hoch gehoben werden.
„Diese Übungen sind wunderbar weich und geschmeidig. Nicht so streng, fest und hart, wie bei vielen anderen Sportarten“, findet Teilnehmerin Helga, die sich auch künftig gern mit Qigong fit und beweglich halten möchte. „Alles geht locker ineinander über. Das ist gerade in unserem Alter eine wunderbare Erfahrung.“
